Feel Fun



about me  daheim und unterwegs  twitter  impressum  

Körmes
Habt ihr eigentlich schon mal hinter die Kulissen einer Körmes gesehen ? Dann wird´s aber mal Zeit. Körmes sagt man, glaub ich, nur hier – Kirmes geht aber überall.
Ganz ganz ganz früher so im Mittelalter war das ja mehr ein Volksfest oder Jahrmarkt. Ein mehrtägiges Fest für den gemeinen Pöbel, an dem die guten alten Gaukler, Zauberer, Senfdosenverkäufer, Quacksalber und Bescheisser die Runde machten. Da wurd´ die Sau geschlacht, der Hengst verkauft, die Braut geküsst, der Alk verpisst. Alle waren in Feierstimmung und liessen sich bespassen.
Gerne würde ich mal eine Zeitreise dorthin machen.
Heutzutage ist die Kirmes zu einer Freß- und Saufmeile mutiert, mit zahlreichen Fahr- und Adrenalingeschäften, die nach einer völlig überteuerten Fahrt das soeben verdaute sofort wieder auf den Kirmeskies katapultiert.
Ich jedenfalls finde es nicht spassig, mich 150meter in die Höhe fahren zu lassen, um dann im freien Fall wieder gen. Boden zu knattern, auf dass mein Magen im Sack landet. Deswegen gehen die Herren der Schöpfung vermutlich danach auch immer so komisch breitbeinig.
Schön sind auch die Hin und Her, Schaukel, Dreh, Überschlag Stahlkugeln, die unter fiesester Beschallung von AndreaBergÖtziSternGedudel bis zur vorletzt neuesten Technodiscobombe (itze itze itze itze itze 190 bpm) dafür sorgen, dass man sich ein weeenig komisch fühlt.
Apropos komisch. Ist es nämlich gar nicht, wenn man durch ein Spiegelkabinett geht und sich dauernd die Fresse stösst, weil man die Glaswand aus Plexi  nicht gesehen hat. Gut, für die draussen stehenden vielleicht noch der Lacher, aber die müssen nix bezahlen.
Ach und dann gibt’s ja auch den skooo-ter (klar würde man das wie hyperhyper scooter aussprechen, aber der gemeine Kirmesangestelltezummitreisen beherrscht diese Sprache seltenst) – Skooter….
Die immer noch viel zu kleinen Wägelchen waren vielleicht beim ersten Date mit 16 mit Küssen und Fummeln schön, weil man sehr eng beieinander sass. Bist Du über 30 ist das nicht mehr lustig. Noch weniger mit etwas Übergewicht und mit über 30. Der Wagen saugt den wohlgenährten Körper zunächst mal völlig auf und ein (ich frage mich echt, wie manche da wieder raus kommen) und dann bist Du komplett der Scooter. Und musst Dich von verliebten 16jährigen mit ihrer fuckarren anrempeln lassen – und kannst nicht fliehen – weil – Kreis und so !!!
Ebenfalls unlustig, wenn ihr die Lockrufe „Gewinne, Gewinne, Gewinne“ hört. Hier werden meist Lose verkauft. Gut, wenn man den Gegenwert eines mittleren Golbarren in Lose investiert, kann man schon mal einen Schnapper machen. Ein mit Chemikalien erzeugter Plüschochse, der spätestens nach einer Woche im Kinderzimmer so penetrant stinkt, dass Du den Ungezieferkampfmittelräumdienst beauftragen musst.
Dann plötzlich bekommst Du den Flashback – damals – 70er – der erste Kuss in der Raupe – jenem schnellen Rundfahrgeschäft mit Überdachung, wo Du Dir Deine ersten Herpesbläschen verdienen konntest.
Geh heute mal auf eine Raupe – ja geh ruhig – und überlege Dir GENAUESTENS wo Du sitzt !!!! Ich sage nur FLIEHKRAFT !!!
Die Dinger sind mittlerweile so verdammt schnell, dass Du Dich fühlst, wie beim Einschulungsprogramm Space  von der Cape Canaveral Air Force Station nördlich von Cocoa Beach.
Sitzt Du ganz aussen, wird Dein Fleisch mittlere Quetschungen erleiden, weil sich das Stahlrohr unaufhaltsam in Deinen Körper bohrt.
Sitzt Du in der Mitte wirst Du zwischen zwei Menschen (die Du unter Umständen gar nicht kennst) zermatscht.
Sitzt Du innen, fährst Du die ganzen verdammt langen 8 Minuten 39 mit beiden Händen am Stahlrohr innen, um nicht wegzufliegen (oder den mittleren Menschen zu zermalmen)
Da gibt man doch gern mal die restlichen Fahrchips an wildfremde Körmesbesucher weiter.
Riskant ist es übrigens auch gegen Einbruch der Dunkelheit (wo doch die bunten Lichter so locken) die Kirmes Deiner Wahl zu besuchen. Besonders in Herne Crange , Duisburg Beek und auf dem Hamburger Doome.
 Du wirst auf viele gewaltbereite und angetrunkene Herrschaften treffen, die jeglichen Nationalitäten- oder politischen Gruppierungsrahmen sprengen. Dazu alkoholisiert.
Da schallt Dir bei Augenkontakt schon mal ein fröhliches „Guck nich, Isch hau Dir sonst in Fresse“ entgegen.
Oder man saut Deine Klamotten ein. Bei der Rheinkirmes in Düsseldorf besonders beliebt.
Wer hat nicht gern eine neue Jacke mit ZuckerwattParadiesapfelBierCurrysaucemuster nach dem Besuch der Festivität.
Ich hab im Laufe der Jahre einige Kirmesleute getroffen. Beruflich. Fragt nicht.
Auch hier gilt: Du bist vor keinen Überraschungen sicher.
Da gibt’s den Kinderkarussellbetreiber, der sich während der Arbeit auf dem Laptop „scharfe Frauen aus Deiner Umgebung“ ansieht, da gibt’s den bis an die Zähne bewaffneten, der die Knarre auch schon mal während einer Streitigkeit zückt. Da gibt’s den jungen Aufstreber, der schon in der 7. Generation das Fahrgeschäft übernahm (ohne jegliche Reperatur, aber mit nem neuen Farbanstrich)
Da gibt’s den Frittenbudenbesitzer, der das Fett von der letzten Kirmes noch nicht völlig entfernt hat und den Eismann, der in Insiderkreisen gerne mal SalmonellenFiete genannt wird.
Ernsthaft: das sind nur wirklich ein paar Ausnahmen.
Die meisten arbeiten sehr sehr hart und gönnen sich selten einen Urlaub. Wenn aber, dann richtig: Kleine Weltreise. Und alles vom feinsten. Champagner bis Kaviar.
Ihr erkennt Sie am BreitlingRolexCartierblender am Arm, der in Wirklichkeit vom Juwelier um die Ecke stammt und fast fünfstellig gekostet hat…
Und am zerfledderten Outfit, weil sie Ihre Designerklamotten im Wohnwagen haben – der soviel gekostet hat wie das Reihenhaus von dem ihr träumt.
Dann mal feel Vergnügen beim nächsten – oh – Osterkirmes !!! Da müssen wir hin !

Körmes

Habt ihr eigentlich schon mal hinter die Kulissen einer Körmes gesehen ? Dann wird´s aber mal Zeit. Körmes sagt man, glaub ich, nur hier – Kirmes geht aber überall.

Ganz ganz ganz früher so im Mittelalter war das ja mehr ein Volksfest oder Jahrmarkt. Ein mehrtägiges Fest für den gemeinen Pöbel, an dem die guten alten Gaukler, Zauberer, Senfdosenverkäufer, Quacksalber und Bescheisser die Runde machten. Da wurd´ die Sau geschlacht, der Hengst verkauft, die Braut geküsst, der Alk verpisst. Alle waren in Feierstimmung und liessen sich bespassen.

Gerne würde ich mal eine Zeitreise dorthin machen.

Heutzutage ist die Kirmes zu einer Freß- und Saufmeile mutiert, mit zahlreichen Fahr- und Adrenalingeschäften, die nach einer völlig überteuerten Fahrt das soeben verdaute sofort wieder auf den Kirmeskies katapultiert.

Ich jedenfalls finde es nicht spassig, mich 150meter in die Höhe fahren zu lassen, um dann im freien Fall wieder gen. Boden zu knattern, auf dass mein Magen im Sack landet. Deswegen gehen die Herren der Schöpfung vermutlich danach auch immer so komisch breitbeinig.

Schön sind auch die Hin und Her, Schaukel, Dreh, Überschlag Stahlkugeln, die unter fiesester Beschallung von AndreaBergÖtziSternGedudel bis zur vorletzt neuesten Technodiscobombe (itze itze itze itze itze 190 bpm) dafür sorgen, dass man sich ein weeenig komisch fühlt.

Apropos komisch. Ist es nämlich gar nicht, wenn man durch ein Spiegelkabinett geht und sich dauernd die Fresse stösst, weil man die Glaswand aus Plexi  nicht gesehen hat. Gut, für die draussen stehenden vielleicht noch der Lacher, aber die müssen nix bezahlen.

Ach und dann gibt’s ja auch den skooo-ter (klar würde man das wie hyperhyper scooter aussprechen, aber der gemeine Kirmesangestelltezummitreisen beherrscht diese Sprache seltenst) – Skooter….

Die immer noch viel zu kleinen Wägelchen waren vielleicht beim ersten Date mit 16 mit Küssen und Fummeln schön, weil man sehr eng beieinander sass. Bist Du über 30 ist das nicht mehr lustig. Noch weniger mit etwas Übergewicht und mit über 30. Der Wagen saugt den wohlgenährten Körper zunächst mal völlig auf und ein (ich frage mich echt, wie manche da wieder raus kommen) und dann bist Du komplett der Scooter. Und musst Dich von verliebten 16jährigen mit ihrer fuckarren anrempeln lassen – und kannst nicht fliehen – weil – Kreis und so !!!

Ebenfalls unlustig, wenn ihr die Lockrufe „Gewinne, Gewinne, Gewinne“ hört. Hier werden meist Lose verkauft. Gut, wenn man den Gegenwert eines mittleren Golbarren in Lose investiert, kann man schon mal einen Schnapper machen. Ein mit Chemikalien erzeugter Plüschochse, der spätestens nach einer Woche im Kinderzimmer so penetrant stinkt, dass Du den Ungezieferkampfmittelräumdienst beauftragen musst.

Dann plötzlich bekommst Du den Flashback – damals – 70er – der erste Kuss in der Raupe – jenem schnellen Rundfahrgeschäft mit Überdachung, wo Du Dir Deine ersten Herpesbläschen verdienen konntest.

Geh heute mal auf eine Raupe – ja geh ruhig – und überlege Dir GENAUESTENS wo Du sitzt !!!! Ich sage nur FLIEHKRAFT !!!

Die Dinger sind mittlerweile so verdammt schnell, dass Du Dich fühlst, wie beim Einschulungsprogramm Space  von der Cape Canaveral Air Force Station nördlich von Cocoa Beach.

Sitzt Du ganz aussen, wird Dein Fleisch mittlere Quetschungen erleiden, weil sich das Stahlrohr unaufhaltsam in Deinen Körper bohrt.

Sitzt Du in der Mitte wirst Du zwischen zwei Menschen (die Du unter Umständen gar nicht kennst) zermatscht.

Sitzt Du innen, fährst Du die ganzen verdammt langen 8 Minuten 39 mit beiden Händen am Stahlrohr innen, um nicht wegzufliegen (oder den mittleren Menschen zu zermalmen)

Da gibt man doch gern mal die restlichen Fahrchips an wildfremde Körmesbesucher weiter.

Riskant ist es übrigens auch gegen Einbruch der Dunkelheit (wo doch die bunten Lichter so locken) die Kirmes Deiner Wahl zu besuchen. Besonders in Herne Crange , Duisburg Beek und auf dem Hamburger Doome.

 Du wirst auf viele gewaltbereite und angetrunkene Herrschaften treffen, die jeglichen Nationalitäten- oder politischen Gruppierungsrahmen sprengen. Dazu alkoholisiert.

Da schallt Dir bei Augenkontakt schon mal ein fröhliches „Guck nich, Isch hau Dir sonst in Fresse“ entgegen.

Oder man saut Deine Klamotten ein. Bei der Rheinkirmes in Düsseldorf besonders beliebt.

Wer hat nicht gern eine neue Jacke mit ZuckerwattParadiesapfelBierCurrysaucemuster nach dem Besuch der Festivität.

Ich hab im Laufe der Jahre einige Kirmesleute getroffen. Beruflich. Fragt nicht.

Auch hier gilt: Du bist vor keinen Überraschungen sicher.

Da gibt’s den Kinderkarussellbetreiber, der sich während der Arbeit auf dem Laptop „scharfe Frauen aus Deiner Umgebung“ ansieht, da gibt’s den bis an die Zähne bewaffneten, der die Knarre auch schon mal während einer Streitigkeit zückt. Da gibt’s den jungen Aufstreber, der schon in der 7. Generation das Fahrgeschäft übernahm (ohne jegliche Reperatur, aber mit nem neuen Farbanstrich)

Da gibt’s den Frittenbudenbesitzer, der das Fett von der letzten Kirmes noch nicht völlig entfernt hat und den Eismann, der in Insiderkreisen gerne mal SalmonellenFiete genannt wird.

Ernsthaft: das sind nur wirklich ein paar Ausnahmen.

Die meisten arbeiten sehr sehr hart und gönnen sich selten einen Urlaub. Wenn aber, dann richtig: Kleine Weltreise. Und alles vom feinsten. Champagner bis Kaviar.

Ihr erkennt Sie am BreitlingRolexCartierblender am Arm, der in Wirklichkeit vom Juwelier um die Ecke stammt und fast fünfstellig gekostet hat…

Und am zerfledderten Outfit, weil sie Ihre Designerklamotten im Wohnwagen haben – der soviel gekostet hat wie das Reihenhaus von dem ihr träumt.

Dann mal feel Vergnügen beim nächsten – oh – Osterkirmes !!! Da müssen wir hin !

Notes

  1. von feelfun gepostet